Schwarzwald - Mit Auto und Bahn
Die Kandertalbahn
Am
1. Mai 1895 wurde die Nebenstrecke der Oberrheintalbahn zwischen Basel und
Kandern eingeweiht. Fast 90
Jahre lang verkehrte das "Chanderli" in diesem Tal. Als 1983 ein
Unwetter die Strecke an mehreren Stellen unterbrach, wurde die Linie stillgelegt.
Doch Eurovapor (die Europäische Vereinigung von Eisenbahn- und Dampflok-Freunden)
hatte ein Auge auf das Chanderli geworfen und dort schon früher Sonderfahrten
organisiert, die bei den Basler Nachbarn sehr beliebt waren. Nun bemühte
sich Eurovapor, die Bahn wieder in Betrieb zu nehmen. Auch die Stadt Kandern
und der Landkreis Lörrach waren interessiert.
Die Strecke wurde repariert.
1986 begann der Bahnbetrieb wieder - mit drei historischen Dampfloks und einem Dieseltriebwagen von 1928. Seitdem erleben jährlich 15 000 Menschen eine Fahrt mit dem Chanderli, das mit seinen liebevoll gepflegten Oldtimer-Waggons (in denen es aber auch eine Bar gibt!) 13 Kilometer durch das schöne Kandertal schnauft. Meist wird die Lok Nr. 30 eingesetzt (gebaut 1904 bei Borsig in Berlin). 1991 gab sie den Dampf auf; sie brauchte einen neuen Kessel. Das Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn in Meiningen überholte sie. Nun kann sie wieder einige Jahre qualmend ihren Dienst tun.
Die Züge verkehren sonntags von Mai bis Oktober. In den Markgräfler-Dörfern Hammerstein, Wollbach, Wittlingen, Rümmingen und Binzen, von denen keines weniger als tausend Jahre zählt, kann man zu- oder aussteigen. Der Zug hält, wie es so schön heißt, nach Bedarf.
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